Erich Weber als Freiwilliger ausgezeichnet

Auszeichnung für Erich WeberBereits seit Jahren sind die Gemeinden des Waldviertels eingeladen, zu einer Ehrung der besonderen Art Persönlichkeiten zu nominieren und dann zu entsenden, die sich freiwillig und ehrenamtlich um wichtige kulturelle und soziale Aufgaben angenommen haben. Durch ihr oft Jahre und Jahrzehnte dauerndes Wirken gehören sie ganz einfach zum Erscheinungsbild einer Gemeinde dazu. Diese Ehrungen finden immer in Großschönau im Rahmen der bekannten BIOEM statt. Zweifellos sind sie auch ein Musterbeispiel für die Anerkennung lebendiger Dorferneuerung, denn die Geehrten haben alle einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung der Lebensqualität im ländlichen Raum beigetragen.

Vor zwei Jahren wurde er vom NÖ Blasmusikverband mit dem Ehrenzeichen in Gold für mehr als fünfzig Jahre aktives Musizieren ausgezeichnet und auch in unserem Kirchenchor hat er lange schon seinen angestammten Platz. Gemeint ist Erich Weber, der Klarinette und dann Zugposaune in unserer Musikkapelle gespielt hat und im Chor mitsingt. Er ist zweifellos ein würdiger Vertreter für unsere Heimatgemeinde Grafenschlag.

Ohne Noten keine Musik – so könnte man ein Sprichwort umwandeln. Musiker und Sänger gehen nicht immer sorgsam mit dem Notenmaterial um, da können Stimmen in Verlust geraten. Oder aber bei der Blasmusik stimmt die Tonart der gedruckten Stimme nicht, diese muss für den Bedarf der eigenen Kapelle umgeschrieben werden. Oder aber beispielsweise von einem Kirchenlied gab es keinen verfügbaren und brauchbaren Bläsersatz. Kein Problem, denn in Grafenschlag war und ist Erich Weber

Archivar bei der Gemeindeblasmusikkapelle und beim Kirchenchor. Wohl unzählige Stimmen hat er geschrieben, Besetzungen ergänzt, Teile oder ganze Kompositionen neu bearbeitet. Und das alles ohne besondere Musikausbildung, einfach aus Freude an der Musik, Interesse, Selbststudium und natürlich geprägt von Gewissenhaftigkeit und Pflichteifer. Jeder sollte von je- dem Stück jederzeit die richtigen Stimmen vorfinden. Beim Bearbeiten ist es nicht geblieben. Erich Weber entdeckte sein Talent für das Komponieren und gerade in den letzten Jahren erfreut er uns mit besonders klangvollen Proben seines Könnens. Der seinem Heimatort Grafenschlag gewidmete Marsch wurde 2004 von allen anwesenden Musikkapellen beim Festlichen Gesamtspiel intoniert. Ein weiterer Marsch ist dem Andenken des Schulmannes und Musikers Dir. Größ ge- widmet. Schließlich hat er auch, an einem Wettbewerb teilnehmend, einen Marsch komponiert, der im Trio das Niederösterreichische Heimatlied „Is wo a Landl, net z’groß und net z’kloan“ des Geraser Stiftsgeistlichen und Musikers Offenberger zitiert. Seine Messe mit Texten in deutscher Sprache wurde erst kürzlich beim Festgottes- dienst zu Ehren unseres Bürgermeisters Engelbert Heiderer aufgeführt.

Erich Weber ist es nie um Ruhm und Ansehen gegangen, er hat sich immer in den Dienst der Musikpflege in Grafenschlag gestellt. Dafür gebühren ihm Dank und Anerkennung in hohem Maße. Mögen ihm noch viele schöne Melodien einfallen und möge er uns noch recht lange mit seinem Können und seiner Erfahrung beschenken.

© Gemeindezeitung Grafenschlag Nr. 89 September 2009


Manuel