Feuerwehr und Musikverein trauern: Abschied von Franz Steininger

Einen Tag vor der Vollendung des 75. Lebensjahres und kurz nach seiner Goldenen Hochzeit, deren Termin er bereits im Spital verbringen musste, hat uns ein allseits beliebter und geschätzter Mitbürger verlassen, der sich als Feuerwehrmann und Musiker vorbildlich in den Dienst unserer Heimatgemeinde gestellt hat, der pensionierte Bundesbahnbedienstete Franz Steininger.

Franz Steininger war sein Leben lang bescheiden und hielt sich im Hintergrund. Seine große Liebe galt der Familie und die Erfolge seiner beiden Söhne zeigen seine Qualitäten als Vater. Mit Stolz und Freude verfolgte er aber auch die Leistungen seiner Enkelkinder mit und nahm etwa besonderen Anteil an der großartigen musikalischen Laufbahn seiner Enkeltochter Melanie. Sein Haus hat er immer fleißig und bis ins Alter einsatzfroh zu einem Schmuckstück ausgestaltet.

Am 10. April 1957 trat Franz Steininger unserer Feuerwehr Grafenschlag bei und wurde mit Vollendung des 65. Lebensjahres 1999 in die Reserve überstellt. Mehr als ein halbes Jahrhundert lang, genau 52 Jahre, hat der teure Verstorbene sich also in den Dienst seiner Mitbürger zur Rettung von Leben und Hab und Gut gestellt. Franz Steininger absolvierte den Grundlehrgang, Maschinisten- lehrgang, sowie den Zeug – und Fahrmeisterlehrgang. 1998 wurde er zum HLM befördert und erhielt 2000 den Ehrendienstgrad EHLM. Für 25 Jahre verdienstvolle Tätigkeit auf dem Gebiete des Feuerwehr- und Rettungswesens wurde Franz Steininger 1982 ausge- zeichnet. 1984 wurde ihm das Verdienstzeichen des Niederösterreichischen Landesfeuerwehrverbandes ver- liehen. Es folgten die Ehrenzeichen für 40 und 50 Jahre Tätigkeit in der Feuerwehr in den Jahren 1997 bzw. 2007. Abschied seitens der Feuerwehr Grafenschlag nahm von dem pflichtbewussten und vorbildlichen Kameraden Kommandant HBI Anton Rosenmaier.

In einem Alter, da andere Musiker nach vielleicht dreißig, vierzig Jahren aktiver Musikausübung langsam an ein Ende des Musizierens denken, hat Franz Steininger, beruflich im Ruhestand, mit dem Spielen in der Musikkapelle Grafenschlag begonnen. Wohl auch deswegen, weil er mit Söhnen und Enkeltöchtern gemeinsam musizieren wollte. Sohn Josef Steininger hatte sich ja inzwischen als Musikmeister bereits hohe Verdienste um unsere Kapelle erworben und Sohn Johannes wirkt auf dem Tenorhorn mit. Beide sind trotz

vieler beruflicher Verpflichtungen besonders eifrige und in jeder Hinsicht vorbildliche Musiker. Und das Flötenregister ist ja komplett in Händen der Damen der Familien Steininger, der Schwiegertochter und den drei Enkeltöchtern.

Mit Hingabe und dem ihm eigenen Pflichtbewusstsein widmete sich Franz Steininger dem Musizieren als Beckenspieler in unserer Musikkapelle. Der langjährige Obmann Rudolf Adensam stellte Franz Steininger immer wieder als „jüngsten Jungmusiker“ vor, also als denjenigen, der seit kürzester Zeit in der Kapelle mitwirkt. Der Musikverein Grafenschlag konnte auf ihn stolz sein und war es auch. Weil Franz Steininger durch seine liebenswürdige Art und seine Bereitschaft, bei Festen und anderen Anlässen tatkräftig mitzuhelfen in jeder Hinsicht ein beispielgebender Musikkamerad gewesen ist.

Franz Steiningers Treue zur Blasmusik wurde mit dem Ehrenzeichen in Bronze für mehr als 15 Jahre aktives Musi- zieren gewürdigt. Eine menschlich bewundernswerte Leistung war es, als sich Enkeltochter Melanie beim Trauergottesdienst mit einem „Ave Maria“, auf der Querflöte vorgetragen, von ihrem geliebten Großvater verabschiedete. Tief empfun- dene Worte des Dankes und der Anteilnahme fand Ob- mann Franz Gretz in seinem Nachruf. Auch in der beruflichen Pension wollte Franz Steininger noch etwas bewirken, darum trat er dem Musikverein bei. Gretz rühmte vor allem die Gabe Steiningers, mit der Jugend Kontakt zu pflegen. Er fühlte sich ganz einfach wohl unter den jungen Musikkameradinnen und Musikkameraden, und diese hatten ihn sehr gerne in ihrer Mitte. Unter den Trauergästen befand sich auch der Bezirksobmann des Blasmusikbezirkes Zwettl Johann Kainz. 

© Gemeindezeitung Grafenschlag Nr. 90 Dezember 2009


Manuel